Brief 2 an Dr. Phiilipp Rösler
Bundesministerium
für Gesundheit
- Dr. Philipp Rösler
Rochusstr. 1
53107 B o n n
- Ihr Schreiben vom 14. Juni 2010
Sehr geehrter Herr Minister Dr. Rösler,
vielen Dank für Ihr Antwortschreiben auf unseren Brief vom 16. April 2010, gerne möchten wir auf diesen Schriftwechsel noch einmal eingehen.
Sie schreiben, dass durch die vorgesehenen Neuregelungen insbesondere innovative neue Arzneimittel schnell und zielgerichtet an die Patienten gelangen können und so auch neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet würden. Weiter heißt es in der Stellungnahme Ihrer Fachab- teilungen, dass die Arzneimittelsicherheit ein wichtiges Thema sei, an der auch der Pharma- außendienst beteiligt sein könne. Wir meinen hier, nicht beteiligt sein könne sondern beteiligt sein müsse! Er erfüllt so nämlich die Vorgaben aus dem Arzneimittelgesetz! Ob die kritiklo- sen Vertragsabschlüsse bei Rabattarzneimitteln, wo nur der Preis entscheidet, hier der richtige Weg ist?
Es ist absolut zu begrüßen, dass Ärzte und Apotheker zur lebenslangen Fortbildung verpflichtet sind, vielleicht ist es da nicht verwunderlich, dass auch wir vom Berufsverband der Pharmaberater, der beim deutschen Bundestag akkreditierten Berufsvertretung, dieselbe Forderung für unsere Kollegenschaft seit Jahren erheben, ohne dass wir hierbei von unseren Arbeitgebern oder Gewerkschaften oder Politik- oder Krankenkassenkreisen unterstützt werden. Wir haben mit der FH Hannover einen Kooperationsvertrag, mit dem seit 2002 Pharmaberater/Pharmareferenten über 450 Std. Präsenzunterricht über 1 ¼ Jahr zum Health-Manager-Pharma, patentamtlich unter dem Logo HMP® geschützt, fortgebildet werden. Darüber hinaus steht unser Konzept mit der FH Hannover für eine bepunktete lebenslange Weiterbildung. Uns fehlt aber, wie gesagt, jede Unterstützung!
Auch unser Berufsverband, speziell vertreten durch die Unterzeichner dieses Briefes, war intensiv eingebunden in die Arbeit zur Novellierung der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Pharmareferent/Geprüfte Pharmareferentin, wofür wir die ausdrückliche Belobigung und Danksagung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhielten.
Wir möchten diese Fort- und Weiterbildungsbemühungen intensiv fortschreiben und würden es sehr begrüßen, wenn hierfür ein eigenständiger Bachelorstudiengang an einer interessierten FH eingerichtet würde, in den die Pharmareferentenausbildung und der HMP einbezogen werden sollten, in Verbindung mit langjähriger Berufspraxis. Wieso gibt es solche Bemühungen nur bei anderen Pflegeberufen?? Wenn uns die Politik, vor allem Gesundheits- und Bildungs-Forschungsministerium dabei unterstützten in unseren Forderungen, wäre das nur im Interesse aller Beteiligten und Betroffenen. Allein geschätzte 20.000 Tote in Kliniken durch Falsch- oder Fehlbehandlungen mit Arzneimitteln, ganz zu schweigen von der Dunkelziffer im ambulanten Sektor, sind eine deutliche Mahnung! Welche Gelder, wieviel Institutionen, welche Bemühungen werden glücklicherweise ausgegeben und aufgewandt zur Senkung von 4000 Verkehrstoten, warum nicht auf dem Pharmaziesektor auch? Gut geschulte, hoch qualifizierte und hoch motivierte Außendienstler, deren Kompetenz man aber auch anerkennen sollte und Ihnen die Zeit für die notwendigen Beratungen zubilligen müsste, könnten hier einen immensen Beitrag leisten!
Herr Minister, bitte helfen und unterstützen Sie uns dabei!
Mit besten Grüßen
Erhard Jörgens
Health-Manager-Pharma (HMP®)
Berater Vorstand BdP Deutschland e.V.

